Spinbaits

Die Japaner nennen diese Ultra-Finesse-Technik „technique of silent captor“ (Technik des leisen Fängers), der Inbegriff von Raffinesse in einer Finesse-Technik. Diese Technik und die dazugehörigen Köder wurden 2007/2008 in Japan am Biwa-See entwickelt. Damals wurden kleine Propeller an den Enden sinkender Hardbaits gebastelt, um dem Köder bei langsamster Führung noch etwas Aktion zu verleihen. Rund zwei Jahre hüteten die japanischen Bass Pros das Geheimnis dieser erfolgreichen selbstgebauten Propellerbaits, bevor die Köderhersteller darauf aufmerksam wurden.

Aber nun noch einmal zurück zum Anfang. Einigen von euch werden diese schwimmenden ‚Propellerbaits‘ schon ein Begriff sein oder ihr habt mit ihnen schon mehr oder weniger erfolgreich gefischt. Jedoch handelt es sich bei den Skrewbaits für die Spybaiting Technik um sinkende Hartplastikköder.



Ihre Verwandten, die schwimmenden Spinbaits/Propbaits/Skrewbaist (es gibt viele Namen für den selben Ködertypen) sind reine Radaubrüder an der Wasseroberfläche, sie werden mit aggressiven Rutenschlägen an der Wasseroberfläche geführt und machen mit ihren rotierenden Propellern ordentlichen Alarm. Im Gegenteil zu ihren schwimmenden Verwandten sind die sinkenden Spinbaits eher für das langsame „Finesse-Angeln“ gedacht. Will man mit den schwimmenden Propbaits an der Wasseroberfläche für mehr Aufmerksamkeit sorgen, um damit bei den Räubern eher einen Beißreflex herbeiführen, sind die sinkenden Modelle hingegen eher unauffällig zu führen. Sozusagen wie ein Spion, der eher an die gewichtigen Dinge kommen möchte. Sie sind eigentlich speziell für große, erfahrene Schwarzbarsche entwickelt worden, die schon alles an Kunstködern gesehen haben.

Hier an unseren stark beangelten Gewässern spielen sie ihren großen Unbekanntheitsvorteil aus. Da heutzutage immer weniger für den Kochtopf geangelt wird und viele Räuber nach dem Fangen wieder in ihr Element entlassen werden oder ungeschickterweise wieder ins Wasser fallen, tritt bei diesen Fischen ein gewisser Lerneffekt ein und sie beißen kaum noch auf gängige Kunstköder. Aber auch für Gewässer mit sehr klarem Wasser ist diese Technik gedacht. Da die Fische dort oft etwas tiefer stehen, um nicht direkt dem hellen Sonnenschein ausgesetzt zu sein, sind sinkende Spinbaits das Nonplusultra. Man führt diesen Köder eher passiv, nicht wie ein auffällig getwichter Minnow oder Jerkbait. Darauf scheinen diese vorsichtigen Fische besser anzusprechen als auf wilde, zuckende und nervös geführte Köder.

Die hochfrequenten Vibrationen der rotierenden Propeller erregen die Aufmerksamkeit der Fische. Das leichte Rollen (rolling action) und dadurch dezente Aufblitzen der Flanken sorgen für einen natürlichen Lauf wie bei ruhig daher schwimmenden Kleinfischen. Es muss nicht immer das flüchtende Fischlein sein, das den Räuber zum Anbiss verleitet. Spybaiting… Führungsstil…>weiterlesen<.

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Realis Spinbait 80, in Aktion